Weihnacht'n kummt imma näha ...

Hier stelle ich meine Weihnachtsgedichte und Texte vor.

Wenn Sie euch gefallen, und ihr das eine oder andere für eure eigene Weihnachtsfeier gerne "ausleihen" würdet, bin ich gerne damit einverstanden (unter der Voraussetzung, dass ihr meinen Namen mit dem Werk verbindet).  Ich freue mich auch immer, wenn ich Texte lese, die mich inspirieren, deshalb möchte ich auch meine gerne zur Verfügung stellen.

Doch finde ich, eine kleine Mitteilung über "Kontakte" oder im "Gästebuch" müsste es euch wert sein. Damit sehe ich einerseits, wie meine Gedichte bei euch ankommen, andererseits sehe ich dies als Wertschätzung meiner Person und Arbeit gegenüber an.

Vielen Dank dafür, und viel Spaß beim Lesen...

Übersicht:

Is_denn_scho_Weihnachtn_
A_Bitt_zum_Weihnachtsfest
Gschenkpacklpapier
Griaß di Winta
Der kleine Tannenbaum

Omis erstes Weihnachten 1946

Is denn scho Weihnachten?
 
Urlaubsbräune noch auf der Haut
wieder zuhause - oje, mir graut.

Nicht, weil es so kalt ist hier,
nein, das war ja klar schon mir.
 
Ein großer STand lacht mich grinsend an.
Rechnet damit, dass ich nicht widerstehen kann.
Ich lache zurück: "Da täuschst du dich.
Vor Ende Oktober kauf ich dich nicht!"
 
Lebkuchen - jetzt schon? So denk ich mir.
Steht denn schon Weihnachten vor der Tür?
Beim HEimfahrn im Radio - oh Mannomann!
Hör ich recht? Die preisen eine Adventsausstellung an!
 
In Ingolstadt kann man sie im September besuchen?
Na klar, da braucht man natürlich auch Lebkuchen.
 
Da sind noch nichtmal die Sommerferien rum!
Ja, sind die Geschäftsleute denn jetzt alle dumm?
Ham die Angst, sie würden zu wenig verdienen?
Nein, mich pressen sie nicht in ihre Schienen!
 
Jetzt ist Altweibersommer - und den will ich genießen!
Wo doch noch so schön die HErbstblumen sprießen!
Die Lebkuchen wären jetzt sicher ganz frisch ...
Trotzdem kommen sie erst Ende Oktober auf meinen Tisch!

 

by. D.I.Schiller, 09/2007

 

 

A Bitt zum Weihnachtsfest
 
Wenn sich im Schrank de Packal türmen,
und draußn duat's scho schnein und stürmen,
vom Fensterl raus scheint's nett und warm,
mit de Vögerl ham's jetz a Erbarm.
Sie stell'n eahna raus a Futterhaiserl
für'd Spatz'n, d'Starl und a für d'Meiserl.
Da Christbaam leicht vo drinna raus,
und Ruah umgibt as ganze Haus,
und Platzerl bachern's - hmm, wia des duft -
Ja, ma merkt's: Weihnacht liegt in da Luft.

Drum wünsch i Eich und alle Leit
a wunderschöne Weihnachtszeit.
Und guate Leit, i bitt eich recht,
denkt's a an de Mensch'n, dene wo's geht schlecht.
De wo im Betterl lieg'n und frian
und übers Essen dean sinniern
und moana: "des war jetzad sche,
kannt ma zu dene feiern geh!"
                     by D.I.Schiller 1982
 
 
Gschenkpacklpapier
 
Wo hob i bloß mei Gschenkpacklpapier?
Schließlich steht Weihnachtn vor der Tür!
Do gibts so vui schene Sacha,
do muaß i doch schene Packal mache.
Gschenk eipackln dua i gern
dann papp i drauf no a Engal oda an Stern
 
Wo hob i des Packlpapier letzts Johr bloß hi?
Oda kaaf i a neis? - ma woaß ja nie.
Vielleicht hob i letzts Johr alles verpacklt?
Drum kaaf i a neis, do werd ned lang gfacklt.
A Gschenkpacklpapier schee kitschig bunt
Des glänzt dann schee untam Weihnachtsbaam drunt.
As Gschenkpacklpapier is so wichtig wias Gschenk,
weil i olle, de i gern hob, damit bedenk.
Drum kaaf i glei an Riesenbogen
Gschenkpacklpapier - ungelogen.
                                                           by D.I.Schiller, 11/2007
 
 
Griaß di Winta
 
Ja, wos uns ganz besonders gfreit,
is, wann's Schnee gibt zur Weihnachtszeit,
wenn oiss weiß is und d'Sunn im Schnee blitzt
und da Postweiha gfrorn is, und da Eisläufer flitzt.
 
Wunderschee is des o zum schaun,
aba vui Leit sich jetzt ned ausse traun,
as Schneeräuma is für viele a Plog,
aba ma hod Bewegung und frische Luft an dene Tog.
 
Für d Autos is jetza gefährlich
und sei ma uns doch ammoi ehrlich
vom Fenster schaugt's scho herrlich aus,
doch liaba schaug i vo drinna raus.
 
De Flockaln, die fliang munter her
so langsam werns doch mehr und mehr
vom Fensta aus schaug i eahna zua
und in mei Seel kehrt ei a Ruah
 
A jede Flocka is a bsondra Kristall,
er schmuizt an meim Fenster nach seim langen Fall.
Hot hinta sich an so an weitn Weg,
und schmuizt so einfach auf oamoi weg.
 
De andan Schneeflocka machen weiß mein Garten
do konn ma zuschaun, muass ned lang warten
Für de Kinda is's as Höchste jetzt
Jetzt werd in der weißn Pracht rumgfetzt.
 
Handschuah, Mützn und dicker Schal
wattierte Hosn allemal
da Schlittn werd aus m Keller gholt
dann werd an Hügel obegrodlt
und a Schneemo werd jetzt baut
mit Huat und Nasn, dass a jeder nur so schaut.
 
I denk zruck an mei Kinderzeit
an Schneeballschlacht und Fröhlichkeit
und a Lächeln ziagt in mei Gsicht,
de scheene Zeit vagiß i nicht.
Gern denk i an de Tog zurück
voll Übermut und Kinderglück.
                   by D.I.Schiller, 2007
 
.
 
Der kleine Tannenbaum
 
Frostige Nacht
hat Eis gebracht
eine dunkle Gestalt
streift durch den Wald
 
Die Tannen zittern,
beginnen zu wittern,
es ist wieder soweit
macht euch bereit,
zieht die Äste ein,
macht euch hässlich und klein
 
verbiegt euch ganz krumm
dann wird's ihnen zu dumm.
Es wäre uns lieber
sie gingen vorüber.
Finden sie uns nicht schön
werden sie ohne uns gehn.
 
Der kleine Tannenbaum,
ganz versunken im Traum,
hört die Ratschläge nicht,
die im Tannenwald man spricht,
 
träumt von hellstrahlendem Zimmer
Kugeln und Kerzenschimmer.
Bis die Axt ihn schlägt,
man sich mit ihm fortbewegt,
um zu vollenden seinen Traum
vom leuchtenden Tannenbaum.
                           by D.I.Schiller 


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OMI'S ERSTES WEIHNACHTEN 1946


Vor ungefähr 60 Jahren, kurz nachdem der Krieg vorbei war, kamen wir nach Bayern. Meine Eltern, mein Großvater, meine 6 Geschwister und ich.
Damals hatten wir nicht viel, um nicht zu sagen, gar nichts. Außer Hunger – den hatten wir immer.
Wir wurden in ein kleines Dorf eingesiedelt, wie viele andere Aussiedler auch.
Ab Oktober haben die Erwachsenen viele Geheimnisse gehabt und oft durften wir nicht hören, was getuschelt wurde.
Ich kann mich nicht erinnern, dass vor oder während der Flucht einmal das Christkind kam, oder dass von Weihnachten gesprochen wurde.
Vielleicht war ich auch noch zu klein. Auf alle Fälle hatte ich nun immer wieder gehört, jetzt kommt ja bald Weihnachten, was werden die Kinder für Augen machen.
Mein Vater war Zuckerbäcker: Er war ja am geheimnisvollsten. Er spannte eine Decke vor den Tisch, damit man nicht sah, was dahinter passierte.
Es stand nichts im Raum, alles war säuberlich verstaut, dass wir ja nichts entdeckten.
In der ganzen Wohnung roch es so gut, aber wir durften nichts probieren. Ein großes Geheimnis lag in der Luft – und Schnee.
Eine bekannte Familie war jetzt besonders oft bei uns. Wir wussten nicht warum, aber es waren nette Leute.
Mit ihnen zusammen wurde gestrickt oder gebastelt.
Es gab viel Schnee, wir konnten nur Schneeballschlacht spielen.
Einen Schlitten oder gar Skier gab’s für uns nicht, wir waren arm – und froh, wenn wenigstens die Wohnung warm war.
Aber einige Kinder ließen uns auf dem Schlitten mitfahren – war das herrlich.
Durch die Kinder im Dorf hörten wir dann: es ist bald Weihnachten. Was wird uns das Christkind bringen?
Ich dachte mir: „Was denn schon: Wir haben keinen Baum, keine Kugeln, keinen Schmuck. Nichts!“
Dann kam der Heilige Abend!!
In der Früh hat man schon gemerkt, dass heute etwas anders war, aber was? Keiner konnte es sich erklären, oder beschreiben.
Nach dem Frühstück sagte die Mutter: „Heute müsst ihr ganz artig sein, denn überall fliegen die Engel von Fenster zu Fenster
und schauen und horchen, denn nur brave Kinder bekommen auch Geschenke.“ Der Tag wurde so lange und nichts passierte:
Waren wir doch nicht brav? Hat uns das Christkind vergessen?
Auf einmal, es war draußen schon ganz dunkel, klingelte eine Glocke, erst ganz leise, dann immer lauter.
Plötzlich riefen unsere Eltern: „Das Christkind war da!“ Ich dachte, ich kann nicht mehr sprechen, so überrascht war ich.
Da stand ein Baum! Und was für einer – vom Boden bis zur Decke!
Kugeln und Glocken, Vögel und Schleifen, Strohsterne, Engelshaar, Kerzen und was noch alles – ich war überwältigt.
Ich sagte: „Ich glaube es gibt nichts Schöneres auf der Welt als unseren Baum und noch dazu eine Schüssel voll Plätzchen!
Liebes Christkind ich danke Dir, wenn du uns heuer schon so einen schönen Baum und so eine Schüssel Plätzchen gebracht hast,
wo wir doch erst ins Dorf gekommen sind. Wie wird das erst werden, wenn wir erst mal länger hier sind und noch braver sind?!“
Aber es kam noch besser. Es gab auch noch Geschenke! Für uns Mädchen gabs neue, selbstgenähte Schürzen.
Damals trug man immer eine Schürze über dem Kleid, auch in der Schule.
Die Buben hatten Unterwäsche und selbstgestrickte Socken bekommen. Wir waren alle glücklich.
Das Christkind hat alle gleichlieb, ob von hier oder ob zugezogen.
Und die Bauern aus unserem Dorf hatten auch an uns gedacht.
Von einigen haben wir Brot bekommen, die anderen brachten Geräuchertes, wieder andere Fleisch zum Braten,
wieder andere schenkten uns einen Zopf. Ging es uns gut!
Zu Guter letzt bekamen wir von unserem Oberlehrer Wisbeck auch noch einen Schlitten – so etwas hätte ich nicht mal träumen können!
Damals war Weihnachten wirklich noch ein christliches Fest. Ein Fest der Nächstenliebe.
Ich möchte diese Zeit nicht missen.
Danke dafür an unser Dorf – das gar nicht weit von hier entfernt ist.

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