AUFGESCHNAPPT

Hier möchte ich ein paar Geschichten vorstellen, die ich irgendwann und irgendwo aufgeschnappt habe, und die mich schon sehr lange faszinieren.
Leider weiß ich den/die Namen der Verfasser nicht. Sollte ein Besucher und Leser dieser Seite den Urheber bzw. Verfasser der Geschichten kennen, oder auch nur den Namen, so bitte ich um Mitteilung, und würde den Namen gerne unter die entsprechende Geschichte setzen.

 

Vielleicht ist ja auch der Verfasser selber zu Gast hier auf meinen Seiten - auf jeden Fall würde ich mich freuen, wenn ihr mir kurze Mitteilung geben würdet, bezüglich des Verfassers und der Veröffentlichung seines Textes hier .

Und nun zu den Geschichten:

Übersicht der Kurzgeschichten:

Auf der Krankenstation

Eine Rosenknospe

Gibt es ein Leben danach?

 

Auf der Krankenstation

 

Zwei Herren, beide ernsthaft erkrankt, belegten dasselbe Krankenzimmer.

Letztendlich unterhielten sich die beiden Männer stundenlang. Sie sprachen von ihren Frauen und Familien, ihrer Heimat, ihren Jobs, ihrem Militärdienst und wo sie im Urlaub waren. Jeden Nachmittag, wenn der Herr im Bett am Fenster sich aufrecht hinsetzte, ließ er die Zeit vergehen, indem er seinem Zimmernachbarn all die Dinge beschrieb, die er draußen am Fenster sah.
Der Herr im anderen Bett begann aufzuleben in jeder dieser Stunden, wo seine Welt erweitert und belebt wurde durch all die Geschehnisse und Farben der Welt dort draußen. Das Fenster überblickte einen Park mit einem schnuckligen See. Enten und Schwäne spielten auf dem Wasser während Kinder ihre Modellboote segeln ließen. Junge Verliebte bummelten Arm in Arm durch die unzählig bunten Blumen und eine schöne Aussicht auf die Silhouette der Stadt lag am Horizont.
 
Wenn der Herr am Fenster all dies beschrieb mit allen kleinsten Details, schloss der Herr auf der anderen Seite im Raum die Augen und stellte sich die bildhaften Szenen vor. An einem warmen Nachmittag beschrieb der Mann am Fenster eine vorüberziehende Parade. Obwohl der andere Herr die Kapelle nicht hören konnte, konnte er sie vor seinem geistigen Auge sehen, während der Herr am Fenster sie mit anschaulichen Worten beschrieb.
 
Tage, Wochen und Monate vergingen. Eines Morgens, die Tagschwester kam um Wasser für das Bad zu bringen, fand sie den leblosen Körper des Herrn am Fenster, der friedvoll in seinem Schlaf verstorben war. Sie war traurig und rief die Bediensteten, um die Leiche wegbringen zu lassen.
Nach einer angemessenen Weile fragte der andere Herr, ob man ihn ans Fenster verlegen könnte. Die Schwester war erfreut über den Tausch und nachdem sie sich vergewisserte, dass er sich wohlfühlt, ließ sie ihn allein. Langsam, schmerzvoll stützte er sich auf einen Ellenbogen um seinen ersten Blick auf die echte Welt draußen zu richten. Er strengte sich an, sich langsam zu drehen um aus dem Fenster am Bett zu gucken. Es zeigte auf eine leere Wand. Der Mann fragte die Schwester, was seinen verstorbenen Zimmernachbarn veranlasst hatte, ihm so wundervolle Dinge von draußen vor dem Fenster zu erzählen. Die Schwester erwiderte, dass der Herr blind war und nicht einmal die Wand sehen konnte. Sie sagte "Vielleicht wollte er Sie nur aufmuntern."
 
 
Epilogue:
 
Es ist eine riesige Freude, andere glücklich zu machen, ungeachtet unserer eigenen Situation.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, doch Freude, wenn geteilt, ist doppelte Freude.
Wenn Du Dich reich fühlen möchtest, zähle all die Dinge, die man für Geld nicht kaufen kann.
"Heute" ist ein Geschenk, deshalb nennt man es "the präsent".
Die Herkunft dieser Geschichte ist unbekannt, aber es bringt Glück für jeden, der sie weitergibt.
Behalte diesen Brief nicht. Leite ihn weiter an Deine Freunde, denen Du Segen wünschst.


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Eine Rosenknospe
 
Ein junger Prediger ging mit einem älteren, erfahrenen Prediger
eines Tages im Garten spazieren. Er fühlte sich im Ungewissen darüber,
was Gott wohl mit ihm vorhatte, und er fragte den älteren Prediger nach Rat.
Der Ältere ging zu einem Rosenbusch, reichte dem Jüngeren eine Knospe
und forderte ihn auf, diese zu öffnen, ohne eines der Blütenblätter zu zerreißen.
Der jüngere Prediger sah den älteren ungläubig an und versuchte zu verstehen,
was eine Rosenknospe zu tun haben könnte mit seinem Wunsch
Gottes Wille bezüglich seines eigenen Lebens und geistlichen Amtes zu erkennen.
Jedoch, da er großen Respekt vor dem älteren Prediger hatte, versuchte er,
die Rosenknospe zu öffnen und dabei die Blütenblätter nicht zu beschädigen.
Es dauerte nicht lange, da erkannte er, dass dies unmöglich war.
Als er erkannte, dass der jüngere Prediger es nicht schaffte,
die Rosenknospe zu entfalten, ohne sie zu zerstören,
sagte der ältere Priester folgendes Poem:
 
Es ist nur eine winzige Rosenknospe,
eine Blume von Gott erschaffen
Aber mit meinen ungeschickten Händen.
 kann ich die Blütenblätter nicht öffnen.
 
Das Geheimnis Blumen zu entfalten
Es ist mir nicht bekannt.
Gott öffnet diese Blume so wunderbar,
jedoch stirbt sie in meiner Hand.
 
Wenn ich eine Rosenknospen nicht öffnen kann,
diese Blume von Gott kreiert.
Woher soll ich dann die Weisheit haben,
die mich zum Geheimnis meines Lebens führt?
 
So will ich Ihm vertrauen,
er leitet jeden Moment in meinem Tag.
Auf Ihn und Seine Führung will ich bauen
bei jedem Schritt den ich gehen mag.
 
Auf dem Weg, der vor mir liegt,
den nur mein himmlischer Vater kennt,
vertrau ich mich ihm an, dass er mich führt,
wie diese Rose, so wunderbar und exzellent.

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Gibt es ein Leben danach? 
oder: Zwillinge in der pränatalen Phase
 
Es geschah, dass in einem Schoß Zwillingsbrüder geboren wurden. Die Wochen vergingen und die Jungen wuchsen heran. In dem Maß, in dem ihr Bewusstsein wuchs, stieg auch ihre Freude:
"Sag, ist es nicht großartig, dass wir empfangen wurden? Ist es nicht wunderbar, dass wir leben?"
Die Zwillinge begannen ihre Welt zu entdecken. Als sie aber die Nabelschnur fanden, die sie mit ihrer Mutter verband und die ihnen Nahrung gab, da sangen sie vor Freude: "Wie groß ist die Liebe unserer Mutter, dass sie ihr eigenes Leben mit uns teilt!"
 
Als die Wochen vergingen und schließlich zu Monaten wurden, merkten sie plötzlich, wie sehr sie sich verändert hatten. "Was soll das heißen?", fragte der eine Zwilling den anderen.
"Das heißt nichts anderes", antwortete der andere, "als dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald seinem Ende zugeht."
"Aber ich will gar nicht gehen", erwiderte der eine, "ich möchte für immer hier bleiben."
Wir haben keine andere Wahl", entgegnete der andere, "aber vielleicht gibt es ja ein Leben nach der Geburt?"
"Wie könnte dies sein?", fragte zweifelnd der erste. "Wir werden unsere Lebensschnur verlieren, und wie sollen wir ohne sie leben können? Und außerdem haben andere vor uns diesen Schoß hier verlassen, und niemand von ihnen ist je zurückgekommen und hat uns gesagt, dass es ein Lebennach der Geburt gibt. - Nein, die Geburt ist das Ende!"
So fiel der eine von ihnen in tiefen Kummer und sagte: "Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann das Leben im Schoß? Es ist sinnlos! - Womöglich gibt es gar keine Mutter hinter allem!"
"Aber sie muss doch existieren", protestierte der andere, "wie sollten wir sonst hierher gekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben?"
"Hast du je unsere Mutter gesehen?", fragte der eine. "Womöglich lebt sie nur in unserer Vorstellung. Wir haben sie uns erdacht, weil wir dadurch unser Leben besser verstehen können!"
Und so waren die letzten Tage im Schoß der Mutter erfüllt mit vielen Fragen und großer Angst. Schließlich kam der Moment der Geburt.
Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie ihre Augen. - Sie schrieen.
Und was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume.
 
(Ich kann mir nicht helfen - doch der Dialog der Zwillinge erinnert mich doch sehr stark an eine Diskussion unserer Zeit -
es gibt doch tatsächlich Menschen, die daran glauben, das es sogar ein Leben nach dem Leben nach der Geburt gibt ... )
 
 
 
 
  
 
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