Das Copyright der Gedichte auf diesen Seiten liegt allein bei mir.
Kopieren, Weitergeben oder auf anderen Homepages speichern bedarf meiner Genehmigung

DIE BLAUE LAGUNE

Dort, wo das Meer tief ist
und du bis zum Grund siehst,
dort, wo die Fische dich schon kennen,
und kommen, um dich zu begrüßen,
dort, wo lauter schwarze Felsen sind,
die einen weißen Kalkstein umrahmen.
Dort ist ein Stück meines Herzens,
und die Blaue Lagune gibt es nicht mehr zurück.
 
Dort, wo der kleinste Gedanke daran
Ein Lächeln in mein Gesicht zaubert,
dort, wo der kleinste Gedanke daran
eine Träne in meinem Auge gebiert,
dort, so der kleinste Gedanke daran
in eine andere Welt mich verführt,
Dort ist ein Stück meines Herzens,
und die Blaue Lagune gibt es nicht mehr zurück.
 
Dort, wo das Meer so grün leuchtet,
wie flüssiger Smaragd,
dort, wo die Felsen so hoch in den Himmel ragen
bizarr, geheimnisvoll, mächtig,
dort, wo eine kleine unterirdische Höhle
mich meinen ganzen Mut kostete.
Dort ist ein Stück meines Herzens,
und die Blaue Lagune gibt es nicht mehr zurück.

Dort, wo kein Weg
Zu Fuß dich hinführt,
dort, wo der „Dedo de Dios“*
über dieses Land wacht,
dort, wo du die Augen öffnest,
und du denkst, alles ist nur Illusion,
dort ist ein Stück meines Herzens,
und die Blaue Lagune gibt es nicht mehr zurück.
zur Übersicht 

 

 

 

 Tosende Gewalten
Mächtige Wogen
Meterhohe Gischten
gegen Felsen flogen
Welch unsagbare Kraft
hat dieses Meer
und schaut ein paar Tage später
so friedlich daher!

Steter Tropfen
höhlt den Stein.
Bei diesem Tosen
muss es wohl so sein.
Wo nur – so kommt’s mir in den Sinn
- flüchten sich bei dem Sturm die Fische hin?

Poseidon!
Du König der Meere
Worüber bist du so erzürnt?
Einen Wunsch mir gewähre:

Nimm deinen Dreizack,
beruhige die See,
hab Erbarmen mit uns,
weil ich so gern schwimmen geh.
Ich will dein Reich auch
mit Ehrfurcht behandeln.
Nun bitt ich dich,
tu diese tosenden Wasser verwandeln.

Poseidons Zorn war scheinbar wirklich sehr groß,
denn ganze 4 Tage war mächtiges Getöse los.
Irgendwann verflog dann sein Zorn,
das Meer lag da – jungfräulich, wie neu geborn.
 

zur Übersicht

  

 The Way to San Josè

Do you know the Way to San Josè
So heißt ein altes Lied.
The Way to San Josè -
Heuer fahr ich ihn wieder mit.

Los geht’s von hier bis Frankreichs Mulhouse
Start ist mitten in der Nacht.
In Frankreich steigen wir dann mal aus,
dort wird Pause und Frühstück gemacht.
Dann geht’s weiter durchs französische Revier -
Fahrn – fahrn – fahrn auf der Autobahn.
Besancon, Lyon, Marseille, Pontpellier,
zuletzt ist Perpignan dann dran.

Nach etwa 13 Stunden reisen wir in Spanien ein.
Leicht geschafft, solltet ihr sehen, wie wir uns freun.
Gottlob sitze ich nicht viel am Steuer,
die meiste Zeit fährt Wolfgang dieses Abenteuer.
Weiter geht’s vorbei an Barcelona,
manches Mal übernachten wir bei Tarragona.
An der Küste entlang nach Valencia,
und auch Alicante ist bald schon da.

Nach Cartagena ist es nur noch ein kleines Stück,
wir sind bald am Ziel, ganz nahe unserem Glück.
Vielleicht machen wir hier noch mal eine kleine Rast,
vom vielen Sitzen sind wir steif, ja fast.
Das Meer begleitet uns ja schon seit Stunden.
Zu unserer Linken haben wir es schon in Frankreich gefunden.
Die letzten paar hundert Kilometer will ich nicht erklären,
weil uns sonst noch mehr Touristen stören.
Denn unser Reiseziel ist überhaupt nicht schön,
es lohnt sich nicht, dort hin zu gehen.
Ich weiß gar nicht, warum wir es lieben schon seit Jahren
- glaubt mir, es lohnt sich nicht, dorthin zu fahren.

zur Übersicht

  

 Andalusien

Seit meiner Kindheit war ich schon viele Male
in diesem herrlichen spanischen Land
Geprägt zwischen Europäischem und Orientale
Hat sich Andalusien in meine Seele gebrannt.

Einst ein kleines Dorf im Südosten unten
da hab ich einen Teil meiner Seele gefunden.
Mit dem Land bin ich seit vielen Leben verbunden,
mir ist, als hätt ich's schon immer gekannt.

 Strände und Buchten, fernab der Zivilisation
Ausgetrocknete Felder warten lange auf Regen schon
Bizarre Agaven üben aus große Faszination
Wie gerne wandere ich durch das staubige Land.

Die Sprache klingt melodisch in meinem Ohr
Den Flamenco singt ein feuriger Senor.
Die Senora tanzt eine Sevillana mir vor,
ihre Augen funkeln vor Leidenschaft - wie ein Diamant.

 Ich schnorchel liebend gern im kristallklaren Meer,
oder lieg faul im Sand, das Meeresrauschen ich hör.
Salz auf der Haut, Wind im Haar, 
                                       Abschalten fällt nicht schwer -

Ach, wenn doch schon Sommer, und ich in Andalusien wär

zur Übersicht

 

Am Dach von Europa

Ich sitze am Dach von Europa
Und blicke ins weite Land
Braune, vertrocknete Erde
hügelig und kleine Berge,
Gestrüpp entbehrungsreich gewachsen.

Ich sitze am Dach von Europa
Und blicke hinunter über das Dorf
das einst nur ein paar Häuser groß

nun vom Tourismus entdeckt, enorm gewachsen.

Ich sitze am Dach von Europa
Und blicke über das Meer
über den Horizont, der mal klar, mal trüb,
Unendlichkeit für mich bedeutet.

Ich sitze am Dach von Europa
Und blicke Richtung Afrika
am Horizont grad noch Frachter zu erkennen
die gen Afrika oder Atlantik wohl fahren.
 

Ich sitze am Dach von Europa
Der Klang einer Flamenco-Gitarre leistet mir Gesellschaft
Zusammen mit dem Wind umgarnt  er mich
ich liebe diese Momente
fühle mich eins mit der
Unendlichkeit.

Ich sitze am Dach von Europa
Du sitzt neben mir,
reichst mir ein Glas und ein Schälchen
ein Gin-Tonic und ein paar salzige Nüsse – 
Genuß pur.
 

Ich sitze am Dach von Europa
Flamenco im Ohr
Sonne und Wind auf der Haut
Der Nüsse Salz auf meinen Lippen
Salziger Geschmack, der mich das Meer spüren lässt.

Ich sitze am Dach von Europa
du neben mir
hast dich ins Fernglas verkrochen
bist weit weg, während du mir sagst, was du siehst.

zur Übersicht

 

 

              

Windstärke 9 über Andalusien

Der Wind tobt nun schon seit 4 Tagen
Wir müssen keine Hitze ertragen.
Bedrohlich tost der Poniente*
Hält über der Gegend strenges Regimente.
„Poniente“ man hier den Westwind nennt
„Donde el sol ponerse“ –
          den Spruch jedes Kind hier kennt.

Aufs Meer rausfahrn taut sich kein Boot.
Bei diesem Seegang leicht Seenot droht.
Auch zum Strand kein Weg hin führt,
denn dort würde man sofort paniert,
oder erhält vom Sand eine Akupunktur,
der Strandausflug würde nur zur Tortour.
Auch wird davon abgeraten ins Wasser zu gehen,
an jedem Strand sieht man die rote Fahne wehn.

Im Zitronenzimmer sitz ich vor den großen Scheiben
Und schau runter auf des Meeres Treiben.
Die Gischt sich an den Felsen meterhoch bricht.
Von hier oben hab ich eine herrliche Sicht.
Das weite Meer von Schaumkronen übersät,
der Wind gefährlich durch alle Hausritzen bläht.
So zeigt sich Spanien  nicht nur von der Sonnenseit,
auch Stürme sind hier keine Seltenheit.

Doch, liebes Spanien, stürm bitte nicht im August.
Wir wollen doch Baden! Hast du das nicht gewusst?!

zur Übersicht

        

ES BRAUT SICH WAS ZUSAMMEN

Es wird Nacht
heute schon so bald?
Schwarzer Himmel,
die Hitze wurde jetzt kalt.


Bedrohlich finster
Schaut der Tag ins Zimmer,
von fern grollt der Donner,
ich glaub, es kommt bald schlimmer.

Die ersten Regentropfen
Sind hier angekommen
noch zaghaft und ganz sacht
hab ich ihr Tropfen vernommen.

Freund Wind fährt durch die Bäume
Die sich vor ihm verneigen
und ihm mit tiefer Verbeugung
wohl ihre Demut zeigen.

Demutsvoll sitz ich am Fenster
Beobachte das Spiel,
und hoffe, dass das Wetter
uns nichts zerstören will.

Die dicken Regentropfen
Tanzen mir nun was vor
ihr fast rhythmisches Klopfen
klingt wie Flamenco in meinem Ohr.

Bei dem Gedanken an Flamenco
Spür ich die Spanische Sonne
ich riech das Meer, und hör das Rauschen
und das Wetter vor mir ist mir fast Wonne.

So sitze ich und verträumt denk
ich, wie sehr doch alles beisammenhängt.
Wie kann ich Gewitter nur mit Spanien vergleichen?
Ich glaub, von dem, was man liebt, findet man überall Zeichen.

zur Übersicht

Weltreise

Als ich meine letzte Weltreise machte,
und die weite Welt mir lachte,
hab ich so vieles erlebt und gesehn
und erkannt, nicht überall ist es schön.

Ich begann meine Reise von München aus,
das Flugzeug führte aus Deutschland raus,
als erstes zogs mich nach Barbados,
ich hab gehört, da wär immer was los.
Doch dem war nicht so, ich nutzte mein Visa,
und entschloss mich zu sehen, den Turm von Pisa.
Der war so schief, dass ich Angst hatte, er fällt,
drum bin ich gleich wieder raus in die Welt.

Reiste so schnell ab, als würde ich fliehn,
das erste Flugzeug, das flog mich nach Wien.
Nach nem Heurigen und nem Praterbesuch
drängte es mich wiederum zu neuem Aufbruch.
Ich landete zunächst in Izmir,
und dachte, die machten einen Witz mit mir.
Wollte ich doch nach Jerusalem
diese Stadt interessierte mich vor allem,
weil Jesus dort gewohnt haben soll.
Und diesen Mann, den find ich toll.

Als nächstes landete ich in Tiflis,
und badete dort, wo das Wasser nicht tief is.
Darauf zog es mich nach Budapest,
da war ein Mann, der erinnerte mich an meinen Bruder fest.
Meine Liebe er nicht erwidert hat,
so zog es mich weiter nach Islamabad.
Mein nächstes Ziel war Istanbul,
dort verliebte ich mich, doch er war leider schwul.

Zur Stadt der Liebe zogs mich – nach Paris,
wollt sehen, ob das, was man hört, auch wahr ist.
Doch die Leute dort waren alle sehr stur.
der nächste Flieger ging nach Kuala Lumpur.
Dort wars ganz nett, doch es zog mich nach Lima,
wollte sehn dort die Leute, doch ich vertrug nicht das Klima.
Nun zogs mich ins etwas kühlere Kopenhagen.
Dort fror es mich so, ich kanns euch nicht sagen.
Die letzte Station, das war dann Samoa,
wärs Geld nicht ausgegangen, wäre ich immer noch da.

Die große Liebe jedoch hab ich nirgends gefunden,
und würde ich noch dreimal die Erde umrunden.
Die große Liebe wohnte beinah ums Eck,
und ich - ich soche soooo weit weg!

zur Übersicht

  

 Playa de los muertos

Jeden Abend vor Sonnenuntergang
Geht die alte Frau diesen Weg entlang
Hinunter zum Strand an dem dies Unglück geschah
nachdem sie ihren Liebsten zum letzten Mal sah

Das Schiff ankerte über Nacht in der Bucht
Ihr Liebster hatte sie auf ihrem Berg besucht
Sie nahmen Abschied liebevoll und zart
In aller Frühe wollte sein Schiff zur großen Fahrt

Der Sturm kam jäh in den Morgenstunden
Peitschte das Schiff
Gegen das Riff
Zwanzig Männer haben den Tod dort gefunden

Playa de los muertos so nennt man den Strand
Der Strand der Toten, so wird er genannt
Und täglich geht sie vor Sonnenuntergang
An ihn denkend den Strand entlang

Von ihrem Berg aus sah sie das Schiff zerschellen
Verschlungen von unendlich hohen Wellen
Sie hoffte auf ein Wunder und betete darum
Und doch kam auch ihr Liebster in dieser Nacht um

Hier am Strand fühlt sie sich ihm nah
Hier, wo sie so glücklich mit ihm war
Seinen Leichnam man nie gefunden hatt’
Diese Bucht ist nun seine Ruhestatt.
 

Sie ist nun müde und alt und sie begehrt
Im Tod zu erleben, was das Leben ihr verwehrt
So träumt sie seit Jahrzehnten und weint
Erst im Tod sind sie endlich wieder vereint

 

    

 DIE BLUTHOCHZEIT
(frei nach Federico Garcia Lorca)

 Sie liebten sich, doch s’durft nicht sein,
einem andren ward sie versprochen.

Man lud schon groß zur Hochzeit ein
sie ließ sich nicht unterjochen. 

Im fernen Andalusien war es,
vor etwa 100 Jahren
es geschah was Unvorhersehbares
Die Liebe birgt 1000 Gefahren.
 
Ihr Vater war ein Edelmann,
sein Ansehen war groß,
er wollte einen Schwiegersohn,
der ebenso famos.
 
Die Tochter jedoch liebte doch
Schon lange einen andern.
Wie konnte sie der Schmach entfliehn
Sie war nicht einverstanden.
 
Von fern und nah Verwandtschaft kam
Mit Kutschen und mit Pferden
Die Anreise Wochen in Anspruch nahm
Man nahm in Kauf so manche Beschwerden.

Und morgen sollte Hochzeit sein
 
Die Braut, sie ward verschwunden
Ein Suchtrupp stellte sich nun ein

Ihren Aufenthalt zu erkunden.

Mit ihrem Liebsten ward die Braut
In die Sierra entflohen
Sie wollte nicht, dass man sie traut
Sie ließ sich auch nicht drohen.
 
Verwandtschaft und die Hochzeitsgäste
Beteiligten sich an der Suche
Man ritt von Osten bis nach Westen
Tat den Nebenbuhler verfluchen.
 
Der Bräutigam doch fand die zwei
Arm in Arm umschlungen
Er zog die Braut zu sich herbei,
Ihren Liebsten hat sein Dolch durchdrungen.
 
Das Mädchen ward nach Haus gebracht,
Hochzeit ward nicht gefeiert.
In dieser blutdurchtränkten Nacht
Das Unrecht zum Himmel schreiet.

Nach vielen Jahrzehnten starb ihr Mann,
sie heiratete nie mehr.
Irgendwann nahm sie ihr Schicksal an,
und litt sie auch noch so sehr.

zur Übersicht

 

 

 

 

Datenschutzerklärung
powered by Beepworld