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Die mit dem Wolf tanzt (Okt 07)
Wenn die Tochter mit der Mama ... (Okt. 07)
Mit den Augen eines Kindes
Kindermund
Trilogie für meinen Sohn
Trilogie für meine Tochter
Ein tolles Team
DU

 

Die mit dem Wolf tanzt

„La Cueva del lobo“, so heißt unser Haus,
denn da geht tagtäglich der Wolf ein und aus.

Der Lobo, der wohnt dort an meiner Seit
Und das nun schon seit geraumer Zeit.

Es ist ja Brauch in spanischem Land,
dass der Hausherr einen Namen für sein Häuschen fand.

Wir beide sind Spanien-Fans, das ist weithin bekannt.
Darum haben wir auch unser Häuschen benannt.

„La Cueva“ – die Höhle, dort fühln wir uns wohl
vom Wolf bewacht und umsorgt – wundervoll.

Ich bin keine Wölfin, bin nur seine Frau,
umsorge ihn, und pflege unseren Höhlenbau.

Zwei Junge haben wir in dieses Leben gesetzt,
Nun sind sie groß, verlassen ihre Höhle jetzt.

Gemeinsam haben wir den Garten bepflanzt
Und ich bin auch die, die mit dem Wolf tanzt.

Gemeinsam tanzen wir durch dieses Leben –
Es hat schon harmonische, aber auch sehr schwere Musik gegeben.

Ich wünsche ich tanze mit dem Wolf noch zu mancher Melodie,
die das Leben schreibt, hoffentlich voll Einklang und Harmonie.

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Wenn die Tochter mit der Mama …

Volksfest ist in unserm Ort
Auch unsere Familie ist wieder dort.
Gute Musik, die Stimmung toll
wie ein zünftiger Abend so sein soll.
Da sitzen wir mit Freunden dort –
Laute Musik, man versteht kein Wort.

Eine Maß Bier oder Radler gegen den Durst
dazu Schaschlik oder Currywurst.
Als Nachspeise – da gibt’s keine Debatte,
da brauch ich meine Zuckerwatte.
Also verlass ich mit meiner Tochter das Zelt,
da uns im Moment hier nichts mehr hält.

Ein bisschen durch die Budengasse ziehn,
doch Töchterchen zieht’s zur Bar nur hin.
Nachdem wir unsere Watte genossen,
meint Töchterchen, dies gehöre jetzt begossen.
Und lädt mich ein auf ein Gläschen Wein
Am Stehausschank schenkt man charmant uns ein.

Wir flirten ein bisschen mit den Typen, die dort stehn
Gut gelaunt, wir beide, das kann wohl jeder sehn.
Nach dem Wein lad ich Töchterchen auf einen Ramazotti ein
Und danach wollte ich wieder zu meinem Mann ins Zelt hinein.
Ein Mann neben uns rückte uns bald auf die Pelle
Und machte mich an – so ganz auf die Schnelle.

Er meint zu meiner Tochter: „Was hast denn da für ne Braut?“
Und deutet auf mich – meine Tochter hat groß geschaut.
Und sagte: „Mach du meine Mama nicht an! –
Denn im Zelt ist mein Vater – und das ist ihr Mann.“
„Und wieso lässt er sie dann alleine hier raus.
Das sollte er nicht – so wie sie sieht aus.“

Ich war ganz sprachlos – der Kerl war nicht mein Typ,
aber wie er das sagte, das fand ich schon sehr lieb.
Nachdem der Ramazotti vernichtet war
verließen wir lachend den Typ und die Bar.
Als wir ins Zelt kamen haben wir noch herzlich gelacht.
Tochter sagte zu Vater: „Da hat grad einer voll die Mama angemacht.“

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Mit den Augen eines Kindes
(Meinem Sohn – 1983)

Eine kleine Hand, vertrauensvoll in der meinen,
zwei kleine Augen lassen in meinem Herzen die Sonne scheinen,
zwei feuchte Lippen drücken in mein Gesicht einen Kuss,
ein kleiner Körper, den ich fest an mich drücken muss.
         Eine Stimme sagt „Mami, ich hab dich lieb“.
         Ich frag mich, ob es Schöneres gibt!

 „Die Sonne können wir jetzt nicht seh’n,
weil die Wolken davor steh’n.
Ein Stein plumpst ins Wasser, taucht nicht mehr auf,
doch das Stückchen vom Ast schwimmt oben drauf.
         Viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind,
entdecke ich neu mit meinem Kind.

Ein Strauß Gänseblümchen, von kleinen Händen gepflückt,
- leider ohne Stängel – es ist nicht ganz geglückt.
Ein Gesichtchen voller Schmutz und Sand,
Zwei Augen strahlen über die Blumen in der Hand.
Unwichtig werden viele Sachen,
Um die wir uns sonst Sorgen machen. 

Plötzlich ganz ruhig sein, weil ein Vöglein singt
Und lustig im Grase vor uns umherspringt.
Der Vogel fliegt fort – ein trauriger Blick –
„Vöglein, warum kommst du nicht zurück?“
         Vieles, woran wir oft achtlos vorübergeh’n,
         ein Kind lernt uns wieder, das zu seh’n.
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KINDERMUND


Als meine Tochter noch kleiner war,
malte sie gern und wunderbar.
Da war nichts mehr vor ihr sicher,
ob Zeitungen oder Fotobücher.
Tisch und Wände hielten her,
nicht malen, das fiel ihr sehr schwer.

Einmal – auf der Wohnzimmerwand
In großen Buchstaben ihr Name „MELANIE“ stand.
Ich schimpfte, das solle sie tun NIEMEHR
Sie sah ganz treuherzig daher:
„Aber Mama, das war ich nicht
Das war der Dany* mit meiner Schrift!“

(*Dany ist ihr Bruder)

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Folgende Trilogie entstand während der Leukämie-Erkrankung meines Sohnes 1989/91

 

TRILOGIE Teil I

Verborgenes Lachen

Der Tag neigt sich dem Abend zu,
mein Weg führt mich nun heim.
Mein Herz voll Kummer, ohne Ruh,
und schwer beladen, schwer wie Stein.

Die Sonne tief am Himmel steht,
färbt wunderbar pastell das Firmament.
Wie kann sie nur so grausam sein
Als ob sie meine Sorge nicht kennt.

Malt in den schönsten Farben den späten Tag
Ohne Rücksicht auf mein Weh.
Sie will wohl trösten meine Plag.
Fast wills ihr gelingen, was ich gar nicht versteh.

O Herr im Himmel, das ist nicht nett,
Solch Kunstwerke am Himmel  zu bauen,
während ich sitzend am Klinikbett
muss meines Kindes Schmerzen schauen.

Die Kinder in den Betten, sie hängen am Tropf
Gegeißelt von Übelkeit und Schmerz.
Die meisten haben keine Haare mehr am Kopf.
Und trotzdem lachen sie über so manchen Scherz.

Ein Lachen entschlüpft auch meinem Munde
Erschrocken zucke ich zurück.
Wie kann man lachen, bei dieser schrecklichen Kunde?
Verstohlen gleitet umher mein Blick.

Zu lachen will ich mir nicht gestatten,
während ich um meines Kindes Leben bang.
Doch gemeinsames Lachen verdrängt unsere Schatten
„genießt die Zeit, ihr wisst nicht, wie lang.“

Ganz gleich, Herr, wie dein Weg wird gehen,
vielleicht holst du mein Kind ja bald zu dir,
vielleicht werden wir noch viele glückliche Jahre sehen
Was auch geschieht, Herr, bitte bleibe bei mir.

Ich will ertragen deinen Willen,
wenn ich ihn auch nicht versteh.
Wenn schwer mein Herz, und schmerzlich mein Fühlen
Und ich erschrocken vor meinem Lachen steh.

TRILOGIE Teil II

Geflüchtet

Geflüchtet! – Ach fühl ich mich schlecht
Mein Blick von Tränen blind
Das Leben scheint oft ungerecht
Als ob wir nur Spielbälle des Lebens sind.

Ich ließ dich alleine dort zurück
Glaub mir ich tu’s nicht gerne
Doch brauch ich für mich Zeit, ein kleines Stück
Geh ich auch von dir, ich bin dir nicht ferne. 

Weinend wartest du auf Station
Mit lieben Schwestern und Ärzten
Doch gönne mir ein bisschen Zeit für mich, mein Sohn.
Ich brauch etwas Kraft in meinem Herzen. 

Ich gehe blinden Blickes durch den Luitpold-Park
Inzwischen siehst du sicher Night-Rider an
Die Natur, die Luft machen mich wieder stark
Damit ich wieder für dich da sein kann. 

Vor mir ein Eichhörnchen sammelt ohne Ruh
Für den Winter, der nun vor uns liegt
Kastanien und Nüsse immerzu
Ich wünsche ihm, dass es ausreichend davon kriegt. 

Es schaut mich an, als wollt es sagen
Sei ohne Angst, und tu was du musst
Wir müssen nicht mehr, als wir können ertragen
Doch leichter fällt es uns mit Freude und Lust.

Ich geh zurück in die Kinderstation
Zu dir mein Sohn und freu mich auf dich
Du hast dich beruhigt, erwartest mich schon
Lachst mir entgegen – ach wie lieb ich dich! 

Wir wollen es wie das Eichhörnchen machen
Das Nötige tun, für die kalte Zeit
Doch bei alledem hoffe ich, wir verlernen nie das Lachen
Denn das Leben hält auch wieder Frühling und Sommer bereit.



TRILOGIE Teil III

Entlassen 

Als gesund sind wir entlassen,
die Remission ist nun erreicht,
zum einen kann ich’s fast nicht fassen –
ich fühle mich so froh und leicht.

Nur hin und wieder zur Kontrolle,
da hast du Schlimmeres hinter dir.
Du bist gesund, das ist das Tolle
- ich danke Gott, der Klinik und dir dafür.

Nun entlässt man uns in die Alltagswelt,
trotz Freude bin ich voller Fragen.
Kann es nicht sein, dass uns die Sicherheit der Klinik fehlt?
Können wir ohne Arzt an der Seite unsre neue Freiheit tragen?

Du machst dir nicht so viele Sorgen,
wozu sollen sie uns zunutzen sein?
Du gehst gesund ins neue Morgen
- du hast recht –  wir wollen uns an deiner Gesundheit erfreun.

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(Folgende Trilogie entstand während der Zeit der Wohnungssuche bis zum Auszug meiner Tochter aus dem Elternhaus)

WOHNUNGSSUCHE            Teil 1

Du wartest und hoffst nun schon seit Tagen
„hat jemand angerufen“ höre ich dich fragen.
Die Wohnung wäre genau nach deinem Geschmack,
wärst sofort hier ausgezogen mit Sack und Pack.


Die Maklerin sagte: „Melde mich in ein paar Tagen“
Nun ist sie schon überfällig – sozusagen.
Ich merk dir an, wie nervös du bist,
Du sprichst nicht darüber - du bist Optimist.

„Ich gab die Bestellung beim Universum so auf
Und nun nimmt die Sache wohl seinen Lauf“
So sagst du, und meinst, die Wohnung ist schon dein.
Ich wünsch dir irgendwie, es würde so sein.

Ich will mir nicht vorstellen, wie du dein Zimmer bald räumst
Aber ich versteh, dass du von ner eigenen Wohnung träumst.
In deinem Alter war ich Mutter und Ehefrau.
Dich ziehts hinaus, das spür ich genau.


Ich sag in Gedanken zu der Maklerin:
Nun ruf endlich an, was hat das für nen Sinn
Sag einfach "Ja" oder meinetwegen auch "Nein" -
aber lass dieses Warten zuende bald sein.

Ich will meinem Kind nicht im Wege stehn,
wenn es sich aufmacht, eigne Wege zu gehen.
Ich weiß, das ist nur ein weiterer Schritt,
den sie gehen mus, und den geh ich nicht mit.

Ich begleite sie lediglich in meinen Gedanken
Und möchte ihr für die schönen Zeiten danken.
Hab so viel gelernt von dir, mien Kind.
Ich wünsch dir, die Zukunft sei dir wohlgesinnt.




Spread your wings and fly     Wohnungssuche Teil 2


Wie wild flatterst du mit deinen Flügeln,
ich glaube nun, bald hebst du ab.
Dein Temperament ist kaum zu zügeln,
du flatterst rum, und das nicht zu knapp.

Dein Nest ist dir zu klein geworden,
ein eignes Nest willst du dir richten.
Das Nest, in dem du einst geboren,
wird über kurz oder lang wohl auf dich verzichten.

Bist jetzt, selbst wenn du zuhause bist,
eigentlich hier nicht mehr daheim.
Ich fühl, dass du etwas vermisst:
Es ist das „ganz-alleine“-Sein.

Ist sicher schön, mit ner Familie im Rücken,
doch bitte nicht zu jeder Zeit.
Ich versteh dich, du willst dich verdrücken,
doch besuch uns, wenn du bist bereit.

Nur noch 2 Wochen? Was? Schon so schnell?
Wer wird kochen? Wie geht’s finanziell?
So geht’s durch meinen Kopf.
Ich will das nicht denken.
Und sage ganz salopp:
Was kann ich dir zum Auszug schenken?

Geh deinen Weg, so wie auch ich meinen einst beschritt,
ich weiß, du findest ihn – meine Liebe geht jedoch mit.
Ganz leise wird sie sich im Hintergrund halten,
denn ich weiß, du kannst dich am besten alleine entfalten.
Nun, breite deine Flügel aus, und fliege aus dem Nest hinaus.



Auszug aus dem Kinderzimmer   Wohnungssuche Teil 3

Der Schrank ist schon weg seit ein paar Tagen,
das Bett haben wir gestern fortgetragen.
Nun stehen dort nur noch ein paar unwichtige Dinge,
die sie wohl in den nächsten Tagen noch rüberbringen.

Heute war hier deine letzte Nacht,
auf der Matratze am Boden hast du sie hier verbracht.
Das Zimmer es sieht so traurig aus,
ein paar Tränchen wollen aus meinen Augen raus.

Ich merke, auch dir fällt der Gedanke nicht leicht,
für uns beide ist nun ein Wendepunkt erreicht.
Gut 20 Jahre war dies dein Daheim,
ab morgen soll es woanders nun sein.

Du musst noch nicht gehen, aber wir wissen, du willst,
und ich weiß, es ist wichtig, du tust, wie du fühlst.
Das Ziel jeder Erziehung – so tröste ich mich – ist,
dass du als Erwachsener einmal selbständig bist.

Meine Hände kann ich schon lang nicht mehr über dir halten,
Ich empfahl dich Gottes Händen, die werden recht walten.
Bis jetzt konnten meine Augen noch über dich wachen,
ich fühlte deine Traurigkeit, freute mich über dein Lachen.

Nun können dich meine Augen nicht mehr regelmäßig sehen,
nur meine Liebe, die wird mit mit dir gehen.
Ich sage der Wehmut, sie soll von mir weichen,
du brauchst keine Tränen, du brauchst andere Zeichen.

Vertrauen und Zuversicht will ich dir schenken,
dass es mir schwer fällt, kannst du dir sowieso denken.

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EIN TOLLES TEAM

Ein tolles Team – das sind wir zwei,
zusammen schafften wir schon allerlei.
ich der Denker, du der Macher
Ich der Umsorger, du der Bewacher.
Du der Handwerker, ich der Poet
So jeder von uns zu seinen Stärken steht. 

Flieg ich mit den Träumen zu weit mal nach oben,
holst du mich zurück auf den Tatsachen-Boden.
Verlierst du dich dann in Arbeit und Planen
Führ ich dich wieder in ruhigere Bahnen. 

So ergänzen wir uns im Anders-Sein
Ein Glas Bier, ein Gläschen Wein,
ein deftiges Steak, gegrillt, das bist du,
gegrillter Mais, also ich – passt doch prima dazu.
Bei uns ziehen viel Gegensätze sich an,der größte ist:
Ich bin Frau, du bist Mann.

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DU 

Und wieder wird mir bewusst,
was ich an Dir hab,
was du alles für mich tust,
nimmst mir so viel ab. 

Du lässt mich schalten und walten,
kann mich bei dir frei entfalten.
Wie eine Pflanze, die öffnet Blatt für Blatt
Und erkennt, was sie in sich verborgen hat. 

Ich will auch gern da sein für dich,
doch momentan brauch ich viel Raum für mich.
Du unterstützt mich, wo es nur geht
Es ist so schön mit einem Menschen an der Seite
der mich versteht. 

Und wieder danke ich dem Leben,
dass es dich mir an die Seite gegeben,
dass du mich liebst, genauso, wie ich bin
du bist für mich wie ein Gewinn.

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