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Übersicht:

Der Baum (Juni07)
Sommersymphonie (Juli07)
Eisig (Jan.08)
Da muss ich jetzt durch (neu Okt 07)
Besuch von Herrn Stachelmann (neu Okt 07)
Am Bachlauf
Das Spinnennetz
Das Mäusegesicht
Sonnwendfeier im Elfenland
Wespenrausch

 

 

Der Baum

Schon mal einen Baum umarmt?
Einen großen, dicken, alten?
Hast du seine Kraft gespürt,
die Naturkräfte, die in ihm walten?
Hast ihm schon mal dein Leid geklagt?
Dich ausgeweint in seinen Ästen?
Hast du gehört, was er zu dir sagt?
Wenn nicht, solltest du es testen.
Wenn du dich freust, umarme ihn auch,
erzähl ihm von deinem Glück.
Kann sein, dass er von dir was braucht,
er gibt’s dir tausendfach zurück.
So ging es mir vor ein paar Tagen,
ich ging suchend durch den Wald,
in Kopf und Herzen ein paar Fragen
suchte ich still nach Antworten halt.

Ganz allein sah ich ihn stehen,
in mitten vieler Bäume.
Etwas abseits der anderen leuchtete er,
als ob er im Sonnenlicht träume.
Er zog mich an in seiner Art,
ich bahnte mir den Weg zu ihm,
berührte ihn mit den Händen ganz zart,
es schien, als er dies zu genießen schien.
Merkst du, schien er mir zu sagen,
wie gleich wir beiden uns doch sind.
Inmitten anderer irgendwie abseits
Und doch auch dazugehörend, mittendrin.

Doch da wir stehen, an diesem Platz,
kann die Sonne uns besser bescheinen,
So sprach er zu mir noch manchen Satz,
ich fühlte mich so wohl, musste fast weinen.
Als ich wieder von ihm ging, fühlte ich,
als verließe ich nun einen heiligen Ort.
Mit einer Umarmung verabschiedete ich mich
Und ging gestärkt weiter, schweigend, ohne ein Wort.
by D.I.Schiller, 2007
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DA MUSS ICH JETZT DURCH 

Ich spaziere durch das herbstliche Land
Als ich vor mir einen Laubhaufen fand
Die leuchtenden Farben schon etwas verblasst,
hab ich mir diesen Entschluss gefasst.
Lächelnd denk ich an meiner Kindheit Tage
Da muss ich jetzt durch – gar keine Frage.
Und ich setze an zum Sprung –
Herrlich! Wie fühle ich mich plötzlich jung!


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SOMMERSYMPHONIE

Leise säuselt der Wind im Grünen Blätterdach

Und untermalt das ganze musikalische Gemach

So lieg ich unter dem Baume und lausche ganz verloren

Mit geschlossenen Augen doch weit geöffneten Ohren

 

Tschirp Tschirp tirili erklingt von links ein Sound
Ganz weit hinten von rechts hör ich wie Dolby Surround

Tschiwit Tschiwit so klingts zurück
Und wieder swingt der erste ein Stück.

Dann stimmt ein in den Pfeifgesang

Des Nachbarn Pfau – ein schriller Klang

Irgendwo eine Fahrradglocke ertönt

Weit weg bellt ein Hund ganz unversöhnt

Das Ganze wird stetig untermalt vom Tschiwit
und auch der Tschirp tirili singt eifrig mit.
Eine Hummel brummt – ein leiser Kontrast

Dazu knarrt vom Baum über mir ein Ast

Ich öffne die Augen, ein Eichhörnchen springt

Ihr musikalischer Beitrag wie eine Rassel klingt

Aus dem Stegreif ganz spontan singen sie sie

Und ich genieße sie, die Sommer-Symphonie.

by D.I.Schiller, 2007

 

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*E*I*S*I*G*

Eisiger Wind weht mir entgegen
Ende Januar zeigt der Kalender
schwankend zwischen Schnee und regen
bringt das Wetter heut sich dar

Eisiger Blick so manche Person
Ich merke es, ich friere schon
Verschlossen gehen sie vorüber
Ach, Sommer! Diwärst mir jetzt lieber

Eisige Worte hören meine Ohren
ein Mann, eine Frau werfen sie sich zu
ein kleines Kind, zwischen ihnen verloren
beginnt zu weinen im Nu

Eisige Welt, so scheinst du bisweilen
ist das dein Ernst, oder nur Schabernack?
Ich kauf mir ein Eis, und will's mit dir teilen
Was willsst du? Vanille- oder Erdbeergeschmack?
by D.I.Schiller, 2007

 

 

 

 

Besuch von Herrn Stachelmann

Im Garten besucht mich Herr Stachelmann,
sieht mich mit kleinen Äuglein an.

Als seine Blicke mich trafen,
stellte er sich schnell schlafen.
Seh ich dich nicht, siehst du mich nicht,
das dachte Stachelmann wohl sich.

Ich nutzt die Zeit um auf leisen Sohlen
Schnell ein bisschen Katzenfutter zu holen.
Stellt ein Schüsselchen sanft vor ihn hin
Und tat so, als würd zurück ich mich ziehn.
Stachelmann hat wohl was gewittert,
weil plötzlich ganz arg sein Näslein zittert.

Die Äuglein geöffnet, das Schälchen entdeckt.
Und Nullkommanix alles ausgeschleckt.
Ich hab derweil ein paar Fotos geschossen,
während Stachelmann hat Molli’s Futter genossen.

Der Herbst ist noch jung, du hast noch viel Zeit,
um Fett anzusetzen unter deinem Stachelkleid.
Kommst du ab und zu auf Besuch zu mir,
gebe ich öfter ein Schälchen mit Futter dir.


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Am Bachlauf

„Eröffnet ist die Badesaison“
So hallt es durch die Vogelwelt
An unserem Bachlauf treffen sie sich schon
Manch Amsel, Spatz und Biene hat sich schon dazugesellt
 

Da gibt’s ein Gezwischer und Gespritze
Da geht’s oft ganz schön heftig zu
Ich liebe es, wenn ich im Garten sitze
Dieses Treiben bewirkt in mir freudige Ruh
 

Einer Amsel Ziel ist das Windrad –
Jedoch dieses dreht sich sofort rum
Das Windrad nun schon manchen Riss hat
Dies Spiel gefällt ihr, es wird ihr nicht zu dumm

Des Nachbars Gänsegeschnatter klingt rüber
Die Gänse und den Bachlauf trennt jedoch ein Zaun
Vielleicht kämen sie auch gern herüber
so oft, wie sie zu uns rüberschaun
 

Figuren von Elfen und Engeln
Hab ich zwischen die Pflanzen gestellt
Auch sie beobachten durch die Blütenstengel
Das lustige Treiben der geflügelten Welt

Die Flügel ausbreiten und eintauchen ins Wasser
Zwischendurch wird getrunken ein paar Schlück
Ich sitze versunken auf meiner Terrasse
Und freue mich riesig – und beobachte voll Glück


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Das Spinnennetz

Ganz flink und fleißig webt sie hier
Ein schönes Netz vor der Eingangstür.
Vor zwei Stunden noch konnte man hier hindurchschreiten
Jetzt glitzert im Sonnenstrahl ihr Netz von allen Seiten.

Ich steh im Eingang und kann sie nur bewundern,
wie ruhig und doch emsig dreht sie ihre Runden.
Befestigt an jedem langen Faden ihr Klebeband.
Sodass innerhalb kurzer Zeit dies Meisterwerk entstand.
 

Eigentlich mag ich diese Tierchen nicht so gern,
ich bewundere lieber sie nur von fern.
Wieso baut sie ihr Netz grad in meine Tür?
Was soll das heißen, will sie etwas sagen mir?

Heißt es: Bleib heut lieber zuhause?
Heißt es: Dich erwartet nichts gutes da draußen?
Oder will sie mir ihre Zuneigung zeigen?
So steh ich vor dem Netz, überlege voll Schweigen.

Was solls, denk ich mir, ich geh zur Balkontüre raus
Lass ich ihr noch ein bisschen ihr gesponnenes Haus.
Öffne die Balkontür und was sehe ich?
Ein Frosch hüpft mir entgegen, als erwarte er mich.

 
Machen die beiden gemeinsame Sachen?
Ich weiß nicht, soll ich mich wundern oder lachen.
Ich nehme den Frosch, trag ihn hinauf in den Garten,
und sag ihm, er soll nicht auf der Terrasse auf mich warten.

Dann geh ich zur Spinne und sag „tut mir leid -
Eine Stunde lass ich dir dein Netz noch, aber dann wird es Zeit.
Dann kommt die Familie nach Haus durch die Tür.
Deshalb ist das gar kein guter Platz für dich hier.“

Nach einer Stunde war die Spinne weg –
Ich entfernte das Netz – hätt ja eh keinen Zweck.
Irgendwann passt irgendwer nicht auf,
dann klebt das Netz auf den Haaren drauf.


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Mäusegesicht

Auf meiner Terrasse liegt eine Maus
die sieht aber gar ncht schön mehr aus
Eigentlich ist es eine ganze maus nicht,
viel mehr nur noch ein Mäusegesicht.

Zwei leblose Knopfaugen schauen mich an.
Fast ist mir, als ob ich Angst in ihnen erkennen kann.
Ein Stück Mäuselber leigt gleich daneben,
unsere Katze ist ein guter Jäger eben.

Den Rest hat wohl unsere Molli verschlungen,
den Kopf hat sie auf die Terrasse gebrungen.
´Ganz solz legt sie ihre Trophäen mir vor die Tür.
eine große Freude macht sie nicht damit mir.

Ich sag ihr jedes Mal, lass deine Reste im Garten,
du musst mir nicht mit deiner Beute aufwarten.
Und entsorge, was sie vor die Tür gelegt,
mit Schaubel und Besen wird es weggefegt.

Weil meine Molli mich so arg gern mag
bringt sie mir Geschenke, fast jeden Tag.


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Sonnwendfeier im Elfenland

Ich feierte mit Freunden die Sonnenwende
zu später Stunde, die Sonne schon schlief.
So gingen wir am Feld entlang zum Waldesende,
von ferne hörten wir, wie eine Eule uns rief.

Wir waren beschmückt mit Laternen und Bändern,
und warm bekleidet, es blies ein frischer Wind.
So dachten wir der Jahreszeit, die sich nun will ändern,
bedankten uns für die Dinge, die bisher gelungen uns sind.

Wir ließen das Frühjahr Revue passieren,
das heuer uns schon manch Sommertage beschert.
Begrüßen den Sommer, wollten inszenieren,
ein schönes Fest ihm, auf dass er bald einkehrt.

Das Feuer, das wollte nun leider nicht brennen,
es hatte geregnet ein paar Stunden zuvor.
Doch das hielt uns nicht auf - ihr solltet uns kennen,
wir holten unsere Laternen hervor.

So standen wir am Waldesrand und blickten über das stille Land.
Der Himmel zeigte letztes Abendrot. Es war ein herrliches Bild, das sich uns bot.

Dann gingen wir leise in Richtung Wald, und schauten ins Dunkle - da sahen wir sie bald.
sie schwebten unsichtbar, man sah sie nicht, man sah nur ihr kleines Laternenlicht.

Unzählig viele Lichtlein schwebten in der Lichtung im dunklen Wald.
Welche Freude, dass wir so was erlebten, kleine Laternen, gehalten von Elfengestalt.

Als ich die Lichtlein sah, war mir sofort klar,
da feiern auch die Elfen die Sonnenwende. Es ist also nicht nur eine Legende!

Einer meiner Begleiter meinte erfreut, "Oh Glühwürmchen, seht mal her ihr Leut!"
Ich klärte ihn auf, dass dies doch Elfen seien, die mit uns feiern, mit uns sich freuen.

Er lachte mich an und sagte: "wie schön! So hab ich das noch gar nicht gesehn".
Die Elflein, die tanzten um uns ihren Tanz, wir hielten uns still und genossen es ganz.

Auch unsre Laternen brannten licht, das scheute die kleinen Elflein nicht.
Sie kamen ganz nahe an uns heran, wir feierten praktisch zusammen dann.

Wir sangen den Elfen ein Liedlein vor, bin sicher, sie sangen mit in dem Chor.
Sie freuten sich sicher genauso wie wir. Es war für uns alle ein schönes Pläsier.

Erst gegen Mitternacht endete das Fest,
wie sich vielleicht leicht erraten lässt.


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WESPENRAUSCH 

 Auf dem Baum in unserm Garten
viele Kirschen noch aufs Pflücken warten.
Die unteren Kirschen haben wir schon genossen,
es hängen noch jene in den oberen Geschossen.
Die lass ich gern für die Tierwelt hängen,
die sich emsig um die süßen Früchte drängen.
Viele Kirschen fallen auch herab
liegen im Gras, und das nicht zu knapp.

Ich sitz gern in meinem Liegestuhl,
wo ich mich im Halbschatten suhl
einen Hauch von Alkohol in der Nase,
von den Kirschen, die gären im Grase.
Die Wespen hauen sich die Bäuche voll
von dem leckeren Kirsch-Alkohol.
Torkeln von einer zu der nächsten Frucht,
und frönen ihrer alljährlichen Sucht.

Die eine hat wohl grad einen kräftigen Schluck genommen
und wäre nun fast nicht mehr in die Höhe gekommen.
Fliegt im Zick-zack in die Höh
Ich seh zu und denk „Oweh,
wenn die nur keinen Unfall macht,
und irgendwo dagegen kracht.“
Ich sollt sie nicht ans Steuer lassen,
jedoch ich trau mich nicht, sie zu fassen.
Schlüssel kann ich ihr keinen wegnehmen,
und morgen wird der Kopf ihr dröhnen.

So feiert vielleicht mit gegorenem Früchtetrank
die Natur und ihre kleinen Bewohner Erntedank


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