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Übersicht:

Das war ich nicht!(Nov.1990)
Schmackofatz(Juni.1992)
Ein leeres Blatt Papier(März1985)
Das arme Kind(2007)
Der Pfarrer als Schäferhund (2007)

Füße unter meinem Tisch (2008)

  

 

DAS WAR ICH NICHT!

 Als meine Tochter noch kleiner war,
malte sie gern und wunderbar.
Da war nichts mehr vor ihr sicher,
Zeitungen oder Fotobücher.
Tisch und Wände hielten her,
nicht malen, das fiel ihr sehr schwer. 

Einmal - auf der Wohnzimmerwand
In großen Buchstaben ihr Name „MARILU“ stand.
Ich schimpfte, das solle sie tun NIEMEHR

Sie sah ganz treuherzig daher:
„Aber Mami, das war ich nicht
Das war mein Bruder mit meiner Schrift!“
by I.D.Schiller, 1990
 
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Schmackofatz

Zwei Mädchen ganz ins Spiel vertieft,
hören nicht, dass ich zum Essen rief.
Ich ging hinaus, die zwei zu holen.
Sie sahen mich nicht, ich blieb verstohlen
ein paar Meter entfernt eine zeitlang stehen.
Ich liebte es, ihnen beim Spiel zuzusehen.

Maria reichte ihrer Freundin ganz stolz
einen Sandkuchen auf einem Brettchen Holz.
„Wollen sie probieren, meine teuerste Dame?

Den neuesten Kuchen aus der Oetker-Reklame!“
„Ja bitte!“ Die Dame übernimmt den Kuchen.
„Natürlich muss ich ihn gleich versuchen.“
Melli nimmt einen Zweig, benutzt ihn als Messer.
Sie teilen den Kuchen – gemeinsam schmeckt er besser.
Und ich sehe – was mir nun gar nicht beliebt,
wie jede ein Stückchen zum Mund sich schiebt.

„Kommt rein zum Essen“, sag ich schnell zu den beiden,
und hoffe, dass sie dann den Sandkuchen meiden.
Doch meine Worte sind leider zu spät gekommen,
da haben sie schon den Mund voll genommen.
„Hmm, Mami“, so lacht mich an mein Schatz.
„Der Kuchen schmeckt wirklich Schmackofatz!“
by D.I.Schiller, 1992
 
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Ein leeres Blatt Papier

„Mami schau mal“ mein Sohn kommt zu mir

hält vor meine Nase ein weißes, leeres Blatt Papier
„Willst du was malen?“ frag ich ihn
immer noch hält er das Blatt mir hin.
„Sag mal, Mami, bist du blind?
Das erkennt doch jedes Kind!“

„Schön“, sag ich, doch da ist nichts zu sehen
ich kann das Blatt wenden oder auch drehen
„Aber hilf mir mal, was ist denn das hier?“
Ich zeig in die Mitte vom leeren Blatt Papier
„Alles voll Schnee, und hier ist der Schneemann
Augen und Nase fehlen, darum man’s nicht sehn kann.“
„Achja, wunderschön – jetzt wo du’s sagst!“
„Ja, Mami, wenn du’s nicht siehst, ist gut, wenn du fragst.“
by D.I.Schiller, 1985
 
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Das arme Kind
 
Die kleine Lisa sehr frei erzogen
fühlte sich dazu bewogen,
Die Eltern nicht Mama und Papa zu nennen,
da schließlich alle sie mit Vornamen kennen.
 
So ist der Papa der Reiner für sie
Und die Mama, das ist die Sophie.
Die Eltern hat das nicht gestört,
sie haben auf ihre Namen gehört.
 
Doch eines Tages mit bitterem Weinen
tat Lisa nach dem Kindergarten erscheinen.
„Alle Kinder im Kindergarten
können mit Mama und Papa aufwarten.
Nur ich armes Kind bin die einzige, in der Tat,
die weder Mama und Papa hat!“
by D.I.Schiller, 2007
 
 
 



Der Pfarrer als Schäferhund 
Der Pfarrer im Kommunionunterricht erzählt,
dass Jesus seine Augen auf seine Schäfchen hält.
Auch er sei unser Schäfer, so meint er weiter.
Da dachte ein Junge, er wäre gescheiter.
So sprach der Knabe im Kommunionsunterricht
„Herr Pfarrer, ich glaube der Schäfer bist du nicht.
Der Schäfer, das kann nur Jesus sein“,
so meinte der Bub und sprach hinterdrein,
„Herr Pfarrer, Sie sind eher der Schäferhund.“
Dem Pfarrer stand kurz offen sein Mund.
Dann meinte er lächelnd, das ist mir auch recht,
diese Idee gefiel dem Pfarrer nicht schlecht.
Der Hund der kann bellen, und knurrt auch einmal
So wie das auch beim Herrn Pfarrer der Fall.
Verläuft sich ein Schaf, kommt vom Weg ab ein Stück,
so rennt er ihm nach, bringts zur Herde zurück.
Ich find das köstlich, denn es kommt schon oft vor,
dass dem Herrn Pfarrer manchmal fehlt der Humor.
Und bin ich auch nicht immer von ihm begeistert,
diese Situation hat er prima gemeistert.
by D.I.Schiller

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 Füße unter meinem Tisch   
 
Vater? Fragt bei Tisch Sabinchen
darf ich heute mit dem Trinchen
abends mal ins Kino gehen?
Denn da läluft zurzeit "Die Welle"
Sabinchen beginnt auf der Stelle
den Vater ganz lieb anzusehen.

Vater jedoch meint: Mein Kleines,
Kino gibt es für dich keines
Abends bleibst du schön zu Haus
Da beginnt das Kind zu schmollen
Sie will heut ins Kino wollen
und das sagt sie frei heraus.

Keinen Widerspruch er duldet
da die Tochter ihm doch schuldet
Gehorsam, das ist keine Frage.
"Solange hier die Füße dein
unter diesem Tische mein
wird getan, was ich dir sage"

Das Mädchen sich zur Seite dreht
"Kein Fuß unter deinem Tische steht
und außerdem bin ich alt genug"
Der Vater doch es nicht erlaubt
und als er das Mädchen schlafend glaubt
geht sie heimlich, das macht sie klug.

Was hat das mit dem Tisch zu tun,
ob da Füße drunter ruht?
Das Kind erwachsen werden muss.
Auch wenn es sitzt an Vaters Tisch
wartet das Leben frei und frisch
und nicht erst, wenn's steht auf eignem Fuß.
by D.I.Schiller, 2008

 

 

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